Gewerbeanmeldung Online

Eine Gewerbeanmeldung ist Pflicht, wenn man einer gewerblichen Tätigkeit nachkommen möchte. In Deutschland herrscht die Anzeigepflicht nach der GewO. Was sagt die GewO über die Gewerbeanmeldung? Diese sagt, dass man einen selbstständigen Betrieb bei der zuständigen Behörde melden muss.

Dies gilt nicht nur für eine Neugründung, sondern auch für eine Verlegung, wenn der Gegenstand des Gewerbes sich ändert oder der Betrieb aufgegeben wird. Wenn eine selbstständige, langfristige Tätigkeit vorliegt und diese Gewinn einbringen soll, muss man dies dem Gewerbeamt mitteilen.

Wie geht man vor, wenn man sein Gewerbe anmelden möchte?

Wer ein Gewerbe gründen möchte, muss sich mit dem Gewerbeamt in Verbindung setzen. In der Regel muss man dafür einen Termin vereinbaren. Vor Ort reicht man dann die Unterlagen ein. Zu diesen Unterlagen zählen das Formular, der Personalausweis und Reisepass, eventuell auch Erlaubnisse oder Nachweise (abhängig von der Tätigkeit).

Wenn alle Unterlagen eingereicht worden sind, muss man noch die Bearbeitungsgebühren zahlen. Die Höhe der Bearbeitungsgebühren können von Stadt zu Stadt variieren, doch in der Regel betragen sie 20 bis 100 Euro. Nachdem alle notwendigen Unterlagen eingereicht worden sind, kann es sein, dass man direkt den Gewerbeschein kriegt. Der Gewerbeschein ist die offizielle Zulassung, um der Tätigkeit nachkommen zu dürfen.

Kann man es auch Online erledigen?

Ja, heut zu Tage ist es möglich, dass man sein Gewerbe online anmelden kann. Ob es tatsächlich in der eigenen Stadt möglich ist, muss man vorher herausfinden.

Der Ablauf bei der Online Anmeldung ist auch derselbe wie vor Ort. Das Formular wird hierbei online ausgefüllt und die Unterlagen werden eingereicht. Die Bestätigung kriegt man dann per Post zugeschickt.

Wo liegt der Unterschied zwischen der Anmeldung vor Ort und Online?

Einen großen Unterschied gibt es hierbei nicht. Der einzige Unterschied liegt darin, dass bei der Online Anmeldung alles digital abläuft. Doch eine Online Anmeldung bringt einige Vorteile mit sich.

Dadurch kann man sich sehr viel zeit einsparen und direkt sein Gewerbe anmelden, ohne dass man von einer Öffnungszeit oder einem Termin abhängig ist. Außerdem muss man auch nicht im Wartezimmer warten. Man kommt der Anmeldung ganz bequem vom Sofa aus nach. Der Nachteil ist, dass man eventuell offene Fragen nicht sofort klären kann.

Wer unterliegt der Anzeigepflicht des Gewerbes?

Jeder, der eine gewerbliche Tätigkeit ausüben möchte, muss ein Gewerbe anmelden. Aber nicht jede Tätigkeit ist eine gewerbliche! Es gibt Ausnahmen, die nicht der GewO unterliegen. Diese sind die Freiberufler.

Freiberufler sind gesetzlich geregelt und üben keine gewerbliche Tätigkeit aus. Ein Freiberufler könnte zum Beispiel ein Arzt, Architekt und Schriftsteller sein (und noch viele andere Berufe). Bei einem Freiberufler liegt meistens ein akademischer Abschluss vor. Vorerst sollte man deshalb abklären, ob man nun ein Gewerbe anmelden muss.

Was passiert nach dem man das Gewerbe online angemeldet hat?

Nach dem das Gewerbe angemeldet worden ist, wird das Finanzamt, die IHK und eventuell das Handwerkskammer benachrichtigt. Vom Finanzamt kriegt man den steuerlichen Erfassungsbogen, welchen man ausfüllen und zurückschicken muss.

Außerdem wird auch jedes Gewerbe zum Mitglied bei der IHK. Diese Mitgliedschaft ist Pflicht und kostet das Gewerbe einen jährlichen Beitrag. Wie hoch diese Gebühren sind, hängt von der Rechtsform des Gewerbes ab.

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Gewerbe online anmelden

Kann man ein Gewerbe online anmelden?

Ein Gewerbe online anzumelden ist möglich, dies ist aber Standort abhängig. Bevor man ein Gewerbe anmeldet, sollte man sich zuerst erkunden ob es in der jeweiligen Stadt angeboten wird. Diese Informationen findet man auf der Internetseite der jeweiligen Stadt. In Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hessen ist dies online möglich.

Dies online tun zu können, bringt einige Vorteile mit sich. Die Gewerbeanmeldung per online durchführen zu können, ist bereits ein sehr wichtiger Vorteil, da man es bequem von Zuhause aus machen kann. Es gibt keine lange Wartezeiten vor Ort und man kann selbst bestimmen, zu welchem Zeitpunkt man es macht. Dadurch kann die Anmeldung auch schneller erfolgen.

Die Bearbeitungszeit variiert, je nach dem, um was für ein Gewerbe es sich dabei handelt. Auch online muss man, wie vor Ort, die notwendigen Unterlagen abgeben. Unterlagen wie zum Beispiel das Formular zur Anmeldung und der Personalausweis, eventuell eine Meldebescheinigung und als nicht EU-Bürger eine gültige Aufenthaltsgestattung, wird auf jeden Fall benötigt.

Welche weiteren Unterlagen benötigt werden, hängt davon ab was genau man für ein Gewerbe anmelden möchte bzw welche Tätigkeit man ausübt oder welche Dienstleistung man anbietet. Die Kosten hierbei belaufen sich auf rund 10 bis 60 Euro und mehr.

Wo kann ich ein Gewerbe anmelden?

Ein Gewerbe kann sowohl online, als auch vor Ort angemeldet werden. Wer ein Gewerbe vor Ort anmelden möchte, muss erstmal einen Termin vereinbaren. Bei der Gewerbeanmeldung des Gewerbes spielen verschiedene Ämter eine Rolle, wie z.B. das Gewerbeamt selber, das Finanzamt, die Industrie- und Handelskammer (IHK) , die Berufsgenossenschaft und eventuell auch die Krankenkasse kann dabei eine Rolle spielen.

Die Kleingewerbe Anmeldung erfolgt zuerst beim Gewerbeamt, wo man ein Formular zum anmelden ausfüllen muss. Ein Kleingewerbe muss man nicht unbedingt im Handelsregister eintragen, aber man hat die Möglichkeit es zu tun. Es hat zum Beispiel den Vorteil, dass der Name des Unternehmens geschützt ist und nicht von Nachahmern kopiert werden kann.

Danach kommt das Finanzamt in Spiel. Die schicken einen Fragebogen und auch die Steuernummer. Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung muss ausgefüllt und zurückgeschickt werden. Nach dem dies erfolgt ist, ist die Mitgliedschaft bei der IHK gesetzlich verpflichtend.

 

Wann muss ich ein Gewerbe anmelden?

Ein Gewerbe anzumelden ist dann Pflicht, wenn eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt bzw. sobald die Tätigkeit aufgenommen wird oder auch schon bevor man mit der Tätigkeit beginnt. Eine gewerbliche Tätigkeit ist eine selbstständige und dauerhafte Tätigkeit, die mit Absicht auf Gewinn gerichtet ist. In manchen Fällen ist es sogar nicht erlaubt, ohne ein Gewerbeschein zu starten, wie beispielsweise in der Gastronomie.

Jeder Selbstständige muss sich beim Gewerbeamt anmelden. Es gibt, aber Ausnahmen bei denen dies nicht der Fall ist. Hierbei sollte man zwischen Freiberufler und Gewerbetreibenden unterscheiden, denn Freiberufler sind nicht von all dem betroffen. Freie Berufe sind nach dem Einkommenssteuergesetz (EstG) §18 ganz klar definiert.

Dazu gehören die selbständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit. Es gibt vom Finanzamt geregelte Katalogberufe, die vom kleingewerbe-anmelden befreit sind. Diese Berufe kann man im EstG §18 finden. Also ist es zuerst nicht wichtig, wie viel man verdient, sondern was genau man macht.

Welches Gewerbeamt ist für Berlin zuständig?

Es gibt mehrere Behörden, die zuständig sind. Man kann zum Beispiel online ein Termin buchen im:

  • Bezirksamt Charlottenburg – Wilmersdorf
  • Bezirksamt Friedrichshain – Kreuzberg
  • Bezirksamt Lichtenberg
  • Bezirksamt Marzahn – Hellersdorf
  • Bezirksamt Neukölln
  • Bezirksamt Spandau

Weitere Standorte sind Bezirksamt Pankow, Bezirksamt Reinickendorf und Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, an denen man ein Kleingewerbe anmelden kann. Aber auch hier hat man die Möglichkeit, dass die Gewerbeanmeldung online erfolgen kann.

Mann muss im Online-Verfahren alles ausfüllen, was gefragt wird. Erforderliche Unterlagen sind der Personalausweis, Handelsregisterauszug (falls es sich um eine eingetragene Firma handelt), Zustimmungserklärung Gesellschafter (Bei Gewerbeanzeigen von in Gründung befindlichen juristischen Personen) und Beiblatt Vertretungsberechtigte.

Weitere Informationen, wie beispielsweise schon oben genannt die Standorte, erforderliche Unterlagen, Formulare und Gebühren kann man auf der Website finden.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, wer ein Gewerbe anmelden möchte, kann dies auch online tun. Dies ist zeitsparender, weil man bei der Gewerbeanmeldung keine Menschenmassen und Warteschlangen hat. Du bist nicht abhängig von Öffnungszeiten und kannst dein Gewerbe jederzeit online anmelden. Wichtig ist, dass man die benötigten Unterlagen vorweisen kann, darunter zählen:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Meldebescheinigung oder als nicht EU-Bürger die Aufenthaltsgenehmigung,
  • je nach Art des Gewerbes benötigst du noch weitere Unterlagen wie ein Gesundheitszeugnis, ein polizeiliches Führungszeugnis oder aber auch eine Handwerkskarte. All diese Kosten allerdings einen kleinen Aufpreis.
  • Je nachdem wo du wohnst, musst du zwischen 10 und 60 Euro für den Gewerbeschein zahlen.

Nachdem du dein Gewerbeschein erhalten hast, erhälst du innerhalb von sieben bis zehn Tagen Post von dem Finanzamt, wo du deine Steuernummer und einen steuerlichen Erfassungsbogen erhälst. Wenn du diesen ausgefüllt zurückschickst, bist du so gut wie fertig.

Nach einer weiteren Woche musst du dich dann bei einer zuständigen IHK melden und dich auch bei der Berufsgenossenschaft eintragen. Du bist gesetzlich dazu verpflichtet die beiden Mitgliedschaften anzutreten. Allerdings ergeben sich für dich keine signifikanten Mehrkosten. Sofern dein Gewerbe unter 5200€ erwirtschaftet, bist du sogar von den Beiträgen befreit.

Auch bei der Berufsgenossenschaft musst du keine Versicherungen bezahlen, sofern du keine Mitarbeiter hast. Falls du ein Nebengewerbe eröffnest und diese gewerbliche Tätigkeit nicht als Hauptberuflicher durchführst, ist dein aktueller Arbeitgeber dazu verpflichtet, deine Krankenkasse weiterhin zu bezahlen.

Ob du deinen Arbeitgeber über die Gewerbeanmeldung in Kenntnis setzen möchtest, ist ganz dir überlassen. Es gibt kein Gesetz, dass dich dazu verpflichtet, dies zu melden, sofern es deine vertragliche Situation nicht anders vorsieht.

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Ist eine online Gewerbeanmeldung rückwirkend möglich zu beantragen?

Gewerbe rückwirkend anmelden

Ist eine online Gewerbeanmeldung rückwirkend möglich? Was wird benötigt zur Beantragung und Anmeldung?

Die Anmeldung deines Gewerbes ist eine unumgängliche Voraussetzung für die Aufnahme des Betriebs. Solltest du jedoch von diesem Weg abkommen, verrät dir dieser Artikel alles Wichtige, um teure Strafen zu vermeiden.

Gewerbeanmeldung rückwirkend beantragen – Gewerbeanmeldung rückwirkend anmelden

Der Zeitpunkt der Gewerbeanmeldung – Gewerbeanmeldung rückwirkend Bußgeld

Die Vorschriften des § 14 GewO (Gewerbeordnung) regeln eindeutig, zu welchem Zeitpunkt ein Gewerbe anzumelden ist:

(1) Wer den selbständigen Betrieb eines stehenden Gewerbes, einer Zweigniederlassung oder einer unselbständigen Zweigstelle anfängt, muss dies der zuständigen Behörde gleichzeitig anzeigen.

Die Anmeldung muss also mit Aufnahme des Betriebs erfolgen, das heißt dem Beginn der gewerblichen Tätigkeit.
Was man darunter versteht, lässt sich recht einfach definieren. Gemäß § 15 II EStG (Einkommenssteuergesetzes)

  • muss die Tätigkeit selbstständig sein, das heißt, du handelst eigenverantwortlich und ohne Weisungsgebundenheit
  • muss die Tätigkeit dauerhaft und langfristig auf eine Gewinnerzielung ausgerichtet sein
  • musst du mit deinem Gewerbe am Wirtschaftsbetrieb teilnehmen, das heißt Waren liefern und Handel betreiben

Aufgrund des Kriteriums der Gewinnerzielungsabsicht sind bereits scheinbar ungewerbliche Handlungen Grundlage für die Anmeldungspflicht. Setzt du beispielsweise auf Werbebanner, so dient dies meist der Generierung von Einnahmen – und ist für die Annahme eines Gewerbes ausreichend. Schließlich sind auch Unternehmen mit nur geringen Einnahmen anmeldepflichtig, zumal das Gesetz einen Freibetrag für die Steuer vorsieht.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Voraussetzung, dass die gewerbliche Tätigkeit erlaubt sein muss.

Gewerbeanmeldung rückwirkend möglich – Zeitraum

Zwar wird in der Praxis für die Anmeldung meist auch ein Verzug von einigen wenigen Tagen geduldet, im schlimmsten Falle aber kann eine Geldbuße von 1.000 Euro fällig sein. Davon sind sämtliche Anmeldungen betroffen, die nicht ordnungs- oder fristgerecht sind. Eine unzureichende Gewerbeanmeldung gilt als Ordnungswidrigkeit und wird entsprechend behandelt.

Die Strafe von 1.000 Euro gilt als Höchstbetrag und wird nur selten ausgesprochen. In der Regel geht dem Bußgeld eine Abmahnung voraus. Extremfälle hingegen, beispielsweise eine stark verspätete Gewerbeanmeldung, können bis zu einer Anklage wegen Steuerhinterziehung führen.

Gewerbeanmeldung rückwirkend anmelden – Kulanz

Solltest du eine mit deinem zuständigen Gewerbeamt mündlich eine Frist auf Kulanz vereinbart haben, kannst du der Strafe vielleicht sogar noch entgehen. Am besten sind deine Erfolgsaussichten dabei, wenn du freundlich um Entschuldigung bittest und hoffst, mit einer Verwarnung davonzukommen. Den Versuch ist es jedenfalls wert, denn sonst ist dir ein Bußgeldbescheid sicher. Auch die Einlegung eines Einspruchs kann in manchen Fällen zumindest die Höhe der Strafe mindern. Des Weiteren wirkt es sich meist positiv auf die Strafe aus, die Anmeldung eigenständig und persönlich nachzuholen.
An dieser Stelle macht sich die Anmeldung vor Ort beim Amt grundsätzlich besser als eine online Gewerbeanmeldung.
Im Idealfall hast du zudem eine plausible Erklärung für deinen Verzug parat.
Für gewöhnlich kannst du ein Gewerbe auch für die Zukunft anmelden. Dabei gilt, dass der Zeitpunkt für die Aufnahme des Betriebs maximal vier Wochen entfernt sein darf.

Gewerbeanmeldung – Ausgaben

Besondere praktische Relevanz hat die rückwirkende Anmeldung deines Gewerbes im Falle großer Ausgaben. Sofern du eine kostspielige Investition mit Betriebsrelevanz getätigt hast, kannst du sie als Ausgabe für dein Unternehmen geltend machen – und Steuern sparen. Dazu musst du dein Gewerbe allerdings offiziell angemeldet haben.

Die sogenannte Probezeit

Manche Gewerbeämter gestehen dir eine Art Probezeit zu. Darunter versteht man einige Monate (meist drei), innerhalb derer du die Anmeldung deines Gewerbes nach Beginn des Betriebs noch aufschieben kannst. Ein solcher Fall bedeutet eine rückwirkende Anmeldung deines Gewerbes, ohne die Zahlung eines Bußgelds.

Du darfst aber keinesfalls blind auf diese Probezeit vertrauen, schließlich ist sie nicht im Gesetz festgesetzt, sondern wird lediglich aus Kulanz von einigen Ämtern gewährt. Auch die genauen Umstände der rückwirkenden Anmeldung unterscheiden sich von Gewerbeamt zu Gewerbeamt. Daher solltest du dich unbedingt bei dem für dich zuständigen Amt darüber informieren, wie diese Anmeldung abzuwickeln ist.

Als maximaler Verzug werden gemeinhin 60 Monate angesehen.
Unter bestimmten Voraussetzungen, beispielsweise nur geringen oder unregelmäßigen Gewinnen deines Unternehmens, kannst du dieses Einkommen bisweilen einfach über deine reguläre Steuererklärung angeben und die Betriebstätigkeit in der Folge einstellen.

Bei höheren und regelmäßigen Gewinnen ist jedoch Vorsicht geboten. In einem solchen Falle ist es ratsam, die Anmeldung sofort durchzuführen und die Probezeit umgehend abzubrechen. So minimierst du die Gefahr von Bußgeldern aufgrund einer Ordnungswidrigkeit.

Der Sonderfall der Liebhaberei

Ein Gewerbe, das dauerhaft keine Gewinne verzeichnet und auch voraussichtlich keine Gewinne mehr erzielen wird, begeht Liebhaberei. Darunter versteht man einen Betrieb, der zumindest dem Anschein nach keine ernsthafte Gewinnerzielungsabsicht verfolgt. In einem solchen Fall verlangt das Finanzamt die Rückzahlung seiner bisherigen Einkommenssteuererstattungen verzinst zurück.

Gewerbeanmeldung rückwirkend beantragen – Vorteile

Wenn du nun glaubst, eine rückwirkende Gewerbeanmeldung könne sich ausschließlich negativ auswirken, dann irrst du dich. Tatsächlich bringt ein Verzug bei der Anmeldung bisweilen auch einen Vorteil mit sich. Diesen kannst du allerdings nur nutzen, wenn du deine gewerbliche Tätigkeit gegen Ende des Jahres aufnimmst.

In diesem Falle müsstest du eine vollständige Buchhaltung sowie einen Jahresabschluss für das alte Jahr erstellen, selbst wenn du nur wenige Wochen tätig warst. So kannst du davon profitieren, das Gewerbe erst im darauffolgenden Jahr anzumelden – rückwirkend also. Dies ist aber nur möglich, wenn die Einnahmen aus dem alten Jahr unregelmäßiger Natur sind, denn in der Handlung, regelmäßige Einnahmen nicht anzumelden, besteht eine Steuerstraftat.

Gewerbe rückwirkend ab- oder ummelden

Du kannst ein Gewerbe rückwirkend nicht nur an-, sondern auch ab- oder ummelden. Eine rückwirkende Abmeldung bedeutet, dass du den Betrieb ab dem angegebenen Zeitpunkt auch tatsächlich einstellen musst. Grundsätzlich wird dir dafür auch ein Spielraum von drei Monaten eingeräumt. Überziehst du diesen Zeitraum, ist mit einem Bußgeld zu rechnen.

Fazit

  • Das Gewerbe ist gleichzeitig mit der Aufnahme des Betriebs anzumelden
  • Je nach zuständigem Amt kann dir ein Kulanzzeitraum von bis zu drei Monaten eingeräumt werden
  • Achte darauf, nicht in die Liebhaberei abzugleiten – das kann für dich teuer werden!
  • Auch eine Anmeldung für die Zukunft ist grundsätzlich möglich
  • Ein Gewerbe anzumelden erlegt dir nicht sofort unüberschaubare Verpflichtungen auf und ist darüber hinaus auch nicht mit ausufernden Kosten verbunden. Im Zweifelsfall lohnt es sich, das Gewerbe anzumelden und es dann einfach wieder abzumelden, falls das Geschäft nicht laufen sollte
  • Solltest du bereits in Verzug geraten sein, gestehe dein Fehlverhalten ein und hole die Anmeldung eigenständig und persönlich nach!

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Ist eine online Gewerbeanmeldung rückwirkend möglich zu beantragen?

Online Gewerbeanmeldung Formular ausfüllen und Kosten sparen

Online Gewerbeanmeldung Formular ausfüllen

Wie füllt man das Formular für eine Gewerbeanmeldung online aus?

Die Gründung deines Kleingewerbes musst du beim Gewerbeamt anmelden. Das ist jedoch gar nicht so einfach, wie du vielleicht denkst. Um alles richtig zu machen, solltest du diesen Artikel lesen.

So einfach es an sich ist, ein Gewerbe zu gründen, so mühselig kann bisweilen seine Anmeldung beim zuständigen Gewerbeamt sein. Ein jedes Gewerbe ist jedoch von dieser Anmeldepflicht betroffen, egal, um welche Art des Unternehmens es sich handelt.
Um in diesem Prozess Zeit zu sparen, gibt es ein spezielles Formular, das auch online ausgefüllt werden kann.
Worauf aber muss dabei geachtet werden?

Wer muss überhaupt ein Gewerbe anmelden?

Gemäß § 14 GewO (Gewerbeordnung) muss man eine selbstständige Tätigkeit beim Gewerbeamt anmelden.
Davon ausgenommen sind Freiberufler, also beispielsweise Ingenieure, Rechtsanwälte oder Steuerberater. Auch für Land-, Forst- und Fischwirte gilt diese Vorschrift nicht.
Als Grundvoraussetzung gilt das gewerbliche Handeln, das heißt, die Verfolgung von Gewinnabsicht.

Eine Anleitung zur Gewerbeanmeldung

Um dein Gewerbe anzumelden, musst du dein Anmeldeformular beim Gewerbeamt einreichen. Dies kann entweder auf postalische Wege oder (in den meisten Städten) online erfolgen. Damit du genau über die Gegebenheiten des für dich zuständigen Amts Bescheid weißt, solltest du entweder bei der Stadtverwaltung anrufen oder einen Blick auf ihre Webseite werfen.

Unter dem folgenden Link kannst du das Formular zur Gewerbeanmeldung herunterladen:

https://www.gewerbeanmeldung.de/gewerbe-anmelden-formular

Solltest deine Selbstständigkeit anmeldepflichtig sein, also weder zu den genannten Fallgruppen zählen noch in den Freibetrag von 17.500 Euro pro Jahr fallen, musst du das Formular zur Datenerfassung ausfüllen. Dazu gehst du zu deinem örtlichen Gewerbeamt und weist dich mithilfe deines Personalausweises aus. Falls du den Prozess lieber online durchführen möchtest, wird ein spezieller Verifizierungsprozess deiner Person durchgeführt.
Anschließend werden dir weitere Formulare zugesandt, beispielsweise ein Fragebogen zur steuerlichen Erfassung.

Das Formular zur Gewerbeanmeldung

Angaben zum Betriebsinhaber

Feld 1 und Feld 2 kannst du als Kleinunternehmer ignorieren, sie betreffen lediglich jene Betriebe, die im Handelsregister oder dem Genossenschafts- oder Vereinsregister eingetragen sind. Für eine OHG sind hier die weiteren Gesellschafter zu benennen, der Registereintrag wird in Feld 2 angegeben.

Angaben zur Person

Die Felder 3 bis 9 sind eigentlich selbsterklärend. Hier trägst du persönliche Daten, beispielsweise zu deinem Namen, deiner Anschrift oder deinem Geburtsdatum an. Im Gegensatz zu den ersten beiden Feldern betreffen sie auch dich als Kleinunternehmer. Achte unbedingt darauf, sämtliche Daten so einzutragen, wie sie in deinem Personalausweis stehen.

Angaben zum Betrieb

Die Felder 10 und 11, die Angaben zum Betrieb, müssen Kleingewerbetreibende wie du nicht ausfüllen. Unternehmen einer anderen Rechtsform müssen hier die Zahl ihrer Gesellschafter (Personengesellschafter) angeben, in Feld 11 vertretungsberechtigte Personen, sofern vorhanden.

Anschriften (Straße, Haus-Nr., PLZ, Ort)

Lass dich nicht durch die vermeintliche Fülle an Informationen der Felder 12 bis 26 abschrecken. Eigentlich ist alles ganz einfach, vor allem als Kleinunternehmer, denn nur einige der Felder finden auf dich Anwendung. In Feld 12 schreibst du die Anschrift des Standorts deines Gewerbes.

Solltest du in erster Linie von zu Hause aus arbeiten, gibst du dementsprechend deine Heimadresse an. Hast du die Betriebsstätte gewechselt und warst früher von einer anderen Anschrift aus tätig, musst die dies in den Feldern 13 und 14 kenntlich machen, ansonsten bleiben sie leer.

Besondere Aufmerksamkeit ist Feld 15 zu widmen. Darin definierst du die Tätigkeit, die mit deinem Kleingewerbe ausgeübt werden soll. Eine genaue Ausdrucksweise ist entscheidend, schließlich können zu allgemein gehaltene Anträge abgelehnt werden. Sei daher so spezifisch wie nur möglich. Gleichzeitig ist es jedoch möglich, mehrere Tätigkeiten auf einmal auszuüben. Indem du sie gleich mit dem ersten Formular anmeldest, sparst du Geld, denn etwaige Nachträge zu einem späteren Zeitpunkt bedeuten stets auch zusätzliche Kosten.

In Feld 16 machst du deutlich, ob es sich bei deiner Gewerbetätigkeit um einen Nebenverdienst handelt. Als Kleinunternehmer lautet die Antwort darauf grundsätzlich ja.

Feld 17 ist für das Datum deines Geschäftsbeginns vorgesehen. Dieses Datum kann mit dem deiner Antragsstellung übereinstimmen oder aber noch in der Zukunft liegen.

Die Frage nach der Art des angemeldeten Betriebes in Feld 18 zielt darauf ab, ob deinerseits eine Zugehörigkeit zur Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer (HWK) besteht. Neben diesen Möglichkeiten kannst du auch das Kästchen Sonstiges ankreuzen.

In Feld 19 wird die Zahl deiner Mitarbeiter angegeben.
Für gewöhnlich beschäftigen Kleinunternehmern jedoch keine zusätzlichen Angestellten, sodass du dementsprechend die Option Keine auswählen solltest.

Für weitere Angaben sind die Felder 20 bis 26 vorgesehen. Darin wird die Art des Unternehmens genauer beschrieben. Dies kann versteckte Folgen haben, schließlich werden für ein Reisegewerbe für gewöhnlich keine Geschäftsräume benötigt. Folglich kannst du eine Nutzung dann auch nicht von der Steuer absetzen.

Die Hauptniederlassung wird so in Feld 20 vermerkt, das heißt, es bestehen keine weiteren Gewerbe. In Feld 24 dann machst du deutlich, dass es sich bei deinem Unternehmen um eine Neugründung handelt.

Sonderregelungen

Du benötigst für die Ausübung deiner anzumeldenden Tätigkeit eine Erlaubnis? Dann musst du in den Feldern 28 und 29 angeben, dass es sich um ein erlaubnispflichtiges Gewerbe bzw. ein solches handelt, für das es spezifische Zulassungsvorschriften gibt. Dazu zählen unter anderem die folgenden Betriebe:

  • Gastronomie
  • Handwerk
  • Immobilienmakler
  • Pflegedienst
  • Versicherungsvermittler
  • Waffenproduktion

Die Felder 30 und 31 müssen nur ausgefüllt werden, wenn du eine Aufenthaltsgenehmigung hast.

Abschließend versiehst du das Formular noch mit dem Datum und deiner Unterschrift.

Besonderheiten des Online-Formulars

Die Anmeldung deines Kleingewerbes auf dem Online-Weg, beispielsweise per PDF-Formular, hält einige Eigenheiten bereit. So musst du hier beispielsweise deinen zu erwartenden Jahresumsatz schätzen.

Dabei gehst du am besten konservativ vor. Für die Mitgliedschaft in der IHK gilt eine Befreiung von der Beitragszahlung, wenn der eigene Gewinn eine Schwelle von 5.200 Euro nicht überschreitet.

Solltest du einen erwarteten Gewinn angegeben haben, der über dieser Grenze liegt, am Ende jedoch weniger erwirtschaftet haben, musst du den Mitgliedschaftsbeitrag von der IHK zurückfordern. Dies kann sich unnötig mühselig gestalten. Schätze den Gewinn daher lieber defensiv.

Für Existenzgründer gilt an dieser Stelle eine Sonderregelung. Sofern du als solcher nicht im Handelsregister eingetragen bist, wirst du für die ersten beiden Jahre von Grundbeitrag und Umlage befreit. Dazu darf dein Gewerbeertrag 25.000 Euro im Jahr nicht übersteigen.

Die Kosten des Formulars zur Gewerbeanmeldung

Die Kosten, die mit dem Formular zur Gewerbeanmeldung verbunden sind, bewegen sich im Rahmen von 20 bis 60 Euro. Sie unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland und liegen beispielsweise in Hessen bei 30 Euro. Eine GbR muss diese Summe für jeden Gründer einzeln hinblättern, sie also mindestens zweimal zahlen.

Falls du mit deinem Unternehmen umziehst, muss dies ebenfalls mithilfe eines neuen Formulars angemeldet werden, für das auch der volle Preis anfällt. Eine solche Ummeldung kann für gewöhnlich auch online per PDF-Formular gemacht werden.

Fazit

Mit der richtigen Vorgehensweise ist es kein Hexenwerk, das Formular zur Gewerbeanmeldung auszufüllen:

  • Finde heraus, ob du überhaupt ein Gewerbe anmelden musst
  • Wende dich an dein Gewerbeamt und weise dich aus, um das Formular ausfüllen zu können
  • Falls du das Formular online bearbeiten möchtest, musst du dich verifizieren lassen. Die meisten Städte, aber nicht alle, bieten diese Option an
  • Fülle das Formular mit Sorgfalt aus und vermeide Fehler, denn diese können später teuer werden
  • Beachte die weiteren Formulare, die dir das Amt zukommen lässt

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Online Gewerbeanmeldung Formular ausfüllen und Kosten sparen